"Es ist nicht schwer, erste Hilfe zu leisten."

„Es liegt mir am Herzen.“ So oder so ähnlich benennt Franziska Schult all das, was sie neben Schule, Abitur und seit kurzem zusätzlich zur Ausbildung macht. Die Sätze mit der Herzensangelegenheit - man nimmt sie ihr sofort ab. Diese junge Frau strahlt erstaunlich viel Verantwortung und Ernsthaftigkeit aus, ohne je verkopft zu wirken. Denn das ist die andere Komponente: „Es macht Spaß!“

 

Franziska Schult war 12 Jahre alt, als ihr das Leistungsschwimm-Training zu einseitig erschien: „Ich wollte mehr als nur Schwimmen.“ Bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG war das Spektrum viel breiter. „Den Erste-Hilfe-Kurs habe ich sofort mitgemacht.“ Die Ausbilder waren engagiert, haben praxisnah vermittelt und die Teilnehmer geschminkt, als ob sie tatsächlich verletzt wären. „Das fand ich total klasse!“, erinnert sich die heute 18-Jährige. „Auch zu erkennen: Man kann helfen!“

 

Ob Schwimmtraining, Wasserrettungsdienst, Katastrophen-Schutz oder Vereinsarbeit: In den letzten sechs Jahren hat Franziska Schult sich in allen Bereichen der DLRG engagiert. Mit 14 Jahren gehörte sie bereits zum Jugendvorstand. Natürlich sei sie noch sehr jung gewesen, „aber ich habe mich gefreut, dass man mir das zugetraut hat“. Seit einem Jahr betreut sie im Hauptvorstand der DLRG Verden die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem leitete die junge Frau bis zum Abitur den Schulsanitätsdienst an ihrem Gymnasium.

 

„Wir sind ein eingespieltes Team“, sagt Franziska Schult über die Gruppe von 10 bis 15 Leuten, die beim Katastrophen-Schutz der DLRG Verden dabei ist. Jeden Mittwoch werden Taucheinsätze geübt. Die Sportlerin würde sich allerdings eine ausgeglichene Verteilung der Geschlechter wünschen: „Ich bin eine von zwei Rettungstaucherinnen...“ Als Verantwortliche für den Bereich Gender-Mainstreaming im Jugendvorstand versucht sie nun mehr Frauen für diesen Einsatzbereich zu motivieren. „Es geht darum, Mut zu machen, denn wir Frauen können das genauso gut.“

 

Das beweist die beeindruckende Liste von Qualifikationen, die Franziska Schult bereits vorweisen kann: Diverse Abschlüsse von Sanitäter- und Erste-Hilfe-Kursen, den Sport- wie auch den Rettungstauchschein oder den amtlichen Bootführerschein. „Gleich mit 16 hab ich den gemacht, so motiviert war ich!“ Im Sommer ist die begeisterungsfreudige Schwimmerin für einen spezifizierten Bootführerschein der DLRG nach Scharbeutz gefahren. Für zwei Wochen, wie bereits die beiden Jahre zuvor. Strand ja, Urlaub nein. „Meistens sind wir um 7 Uhr aufgestanden.“ Tagsüber galt es, zusammen mit anderen Rettungsschwimmern das Treiben an Land und im Wasser zu beaufsichtigen, nach dem Abendessen standen jeweils noch einige Stunden Theorie auf dem Programm.

Ihren Schwerpunkt bei der DLRG möchte Franziska Schult auf den Ausbildungsbereich legen: „Der Lehrschein wird anstrengend.“ Auch der Erste-Hilfe-Ausbilder und die weiteren Rettungsscheine lassen sich nicht mehr so leicht nebenher erwerben. Die Zeiten als Gymnasiastin sind vorbei...

Das DLRG-Engagement beeinflusst auch den beruflichen Weg von Franziska Schult: Im Herbst hat sie eine 3-jährige Ausbildung zur Rettungsassistentin bei den Maltesern in Oldenburg angefangen. Sie strahlt, wenn sie davon erzählt. „Danach kann ich mir vorstellen, Medizin zu studieren.“

Was mich bewegt:
„Die Arbeit mit den Kindern gibt mir viel. Man sieht wie sie größer und besser werden und ihre Abzeichen machen. Ich denke dann: Das haben wir zusammen geschafft! Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass man gemeinsam Leben retten kann.“

Ehrenamt:
Jugend- und Hauptvorstand der DLRG Verden e.V.

Porträtfoto Franziska Schult als Download

Text und Audiobeitrag: Andrea Schwyzer

Fotos: Erika Ehlerding