Traditionsreicher Sozialverband: 100 Jahre Frauen im SoVD

Blick in die Geschichte: Vor hundert Jahren, am 15. Januar 1919, gab der „Reichsbund der Kriegsopfer“ bekannt, auch Kriegswitwen und Kriegswaisen aufnehmen zu wollen. Frauen in einem Interessenverband? Das glich damals einem revolutionären Akt und steht für eine fortschrittliche Organisation bis heute. Aus dem Reichsbund ist der Sozialverband Deutschland (SoVD) geworden, der sich konsequent für die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzt und dabei manch Erfolg für sich verbuchen kann. So haben die Kreis- und Ortsverbände des SoVD Niedersachsen landauf landab 100.000 Unterschriften für die Anrechnung von Erziehungszeiten bei der Altersversorgung, die so genannte Mütterrente, gesammelt. Ein Einsatz, der sich gelohnt hat und den Rentnerinnen jetzt im Portemonnaie merken.

 

100 Jahre Frauen im SoVD – das sind 100 Jahre starker Einsatz für gleiche Chancen. So setzte das ganz besondere Jubiläum mit dem Festakt im Niedersächsischen Landtag und vielen Veranstaltungen der Frauengruppen und Ortsverbände 2019 Akzente. Der Jubiläumsfilm „100 Jahre Frauen im SoVD“, der über die Geschichte der Frauen in Deutschland und im SoVD berichtet und mutige Protagonistinnen einst und heute vorstellt, dient dabei als Klammer. „Uns ist wichtig, Frauengeschichte für die Generation nach uns festzuhalten“, berichtet Birgit Vahldiek, stellvertretende Abteilungsleiterin Sozialpolitik mit Schwerpunkt Frauen beim SoVD Niedersachsen. „Selten gelingt es, heute aktive Frauen mit Zeitzeuginnen zusammenzubringen, die viel für uns alle bewegt haben. Dazu gehören auch Frauen, die sich von ihren Müttern inspiriert im Verband engagieren und engagiert haben und so noch Erfahrungen der ersten SoVD-Frauengeneration weitergeben können“, erzählt sie weiter. „Zu Wort kommt zum Beispiel die erste weibliche Bundeschatzmeisterin, die sich erst mal in der männlichen Domäne zurechtfinden musste.“

 

Kostengünstig sei ein professioneller Film zwar nicht. Doch auch dieser Einsatz habe sich gelohnt. Er sei vielfach für Aktionen und Veranstaltungen mit Zeitzeuginnen genutzt worden. „Wir haben sehr viele aktive Frauen in unseren Gliederungen. Sie haben sich sehr über den Film gefreut. Schließlich ist er auch ein Dankeschön für sie und ihre gute Arbeit vor Ort“, so Birgit Vahldiek. Klar, dass auch die erfolgreiche Unterschriftensammlung zur Mütterrente darin vorkommt: „Unsere Frauen haben das gut gemacht. Ohne sie hätten wir das nicht geschafft“, würdigt SoVD-Landesfrauensprecherin Roswitha Reiß das Engagement ihrer Mitstreiterinnen.

 

In Ergänzung zum Film wurden über das Jahr auch sechs Podcasts zur Frauengeschichte produziert. Die Hörbeiträge können als Einstieg für Diskussionsrunden dienen. Der SoVD plane damit an Schulen zu gehen und junge Menschen anzuregen, selbst einen Podcast zum Thema Gleichberechtigung zu machen, verrät Birgit Vahldiek. „Auch nach 100 Jahren werden wir in unserem Engagement für die Gleichberechtigung nicht nachlassen.“

 

Links zum Film:

https://www.youtube.com/watch?v=2MVXscaywrM (Langfassung)

https://www.youtube.com/watch?v=QBfvEk7B4Is (Kurzfassung)

 

Link zum Podcast:

https://soundcloud.com/user-875792379/tracks

 

Frauenpolitik im SoVD Niedersachsen

https://www.sovd-nds.de/politik/frauen

https://www.sovd-nds.de/ueber-uns/unser-verbandsleben/ausschuesse/ausschuss-fuer-frauen-und-familienpolitik

 

Foto: SoVD Niedersachsen