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Zusammenhalt heißt nicht Harmonie

Beim Jahresempfang des Katholischen Büros Niedersachsen in Hannover sprach die Soziologin Prof. Dr. Jutta Allmendinger über Vertrauen, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Bedeutung demokratischer Begegnungen. Sie betonte, dass Demokratie unterschiedliche Interessen und Perspektiven aushalten müsse, und hob die Bedeutung von Gerechtigkeit und einer lebendigen Demokratie vor Ort hervor.

„Zusammenhalt heißt nicht Harmonie“ – mit dieser Botschaft warnte Prof. Dr. Jutta Allmendinger davor, Konflikte vorschnell als Zeichen einer tief gespaltenen Gesellschaft zu deuten. Entscheidend sei vielmehr, Meinungsverschiedenheiten auszutragen, ohne die Zugehörigkeit anderer infrage zu stellen.

Um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, brauche es eine lebendige Demokratie vor Ort und Möglichkeiten zur persönlichen Begegnung. Institutionen müssten sichtbar und ansprechbar sein und Räume schaffen, in denen Menschen über soziale, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg miteinander ins Gespräch kommen. Die Soziologin hob dabei die besondere Stärke der Kirchen hervor, solche Begegnungen zu ermöglichen und Brücken zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zu bauen.

Allmendinger setzt sich seit Jahrzehnten gemeinsam mit dem LFRN für Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit ein. Ihre Ausführungen unterstreichen, wie wichtig soziale Gerechtigkeit und gleichberechtigte Teilhabe für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind. Damit berührte sie auch zentrale Anliegen des Landesfrauenrates Niedersachsen.

Hella Mahler nahm als Vorständin für den Landesfrauenrates Niedersachsen am Jahresempfang teil.